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Immer noch viele Stornierungen im Wohnungsbau

(19.9.2022) Im Wohnungsbau kommt es weiterhin vermehrt zu Stornierungen von Aufträgen. Im August waren laut einer Umfrage des ifo Instituts 11,6% der befragten Unternehmen betroffen, nach 11,5% im Vormonat.

„Seit April sehen wir, dass auffällig viele Projekte gestrichen werden. Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau haben sich in den letzten Monaten massiv verschlechtert: Explodierende Baukosten, steigende Finanzierungszinsen und eingeschränkte Fördermöglichkeiten belasten die Kalkulation potenzieller Bauherren schwer. Einige Projekte werden damit unrentabel“, stellt ifo-Forscher Felix Leiss fest und erinnert zugleich daran, dass bis vor wenigen Monaten die Weichen im Wohnungsbau noch auf Wachstum standen: „Die Unternehmen verfügen immer noch über prall gefüllte Auftragsbücher, aber mit Blick auf die künftige Entwicklung greift die Angst um sich“, konstatiert Herr Leiss. Sehr viele Betriebe befürchten Geschäftsrückgänge. Der Erwartungsindikator fiel auf minus 48,3 Punkte und markiert damit den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung 1991. Der bisherige Tiefststand war erst im April erreicht worden, mit minus 47,4 Punkten.

Die Lieferengpässe bei Baustoffen haben sich andererseits etwas gebessert. „Dennoch ist das Material weiterhin vielerorts knapp und damit teuer“, betont Herr Leiss: Im August klagten 36,4% der Unternehmen über Lieferprobleme. Im Juli waren es noch 45,6%. Die hohen Energiepreise verteuerten das - in der Herstellung oft energie­inten­si­ve - Baumaterial zusätzlich. Sehr viele Bauunternehmen planen vor diesem Hintergrund weitere Preiserhöhungen.

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