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ifo Konjunkturtest im August 2012: Bauwirtschaft mit hohem Auftragsbestand

(30.8.2012) Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests hat sich das Geschäfts­klima im Bauhauptgewerbe geringfügig eingetrübt. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zwar etwas zufriedener als im Juli. Hinsichtlich der Geschäfts­entwicklung in den nächsten sechs Monaten hat die Zuversicht jedoch erneut abge­nommen.

ifo Geschäftsklimaindex fürs Bauhauptgewerbe

Der Ausnutzungsgrad der Geräte stieg leicht auf 73% (saison- und witterungs­bereinigt), was dem Vorjahreswert entspricht.

  • Knapp ein Viertel der Testteilnehmer meldete Behinderungen der Bautätigkeit,
  • 13% der Firmen klagten über Auftragsmangel und
  • 7% gaben Arbeitskräftemangel als Behinderungsgrund an.

Im Durchschnitt der Bausparten erhöhten sich die Auftragsreserven auf rund 2,9 Monate (saison- und witterungsbereinigt). Derart große Auftragspolster meldeten die Unternehmen erst zum sechsten Mal seit der Wiedervereinigung - zuvor war dies vier­mal im Jahr 1991 sowie einmal im laufenden Jahr der Fall gewesen. Vor Jahresfrist lag der Auftragsbestand mit 2,8 Monaten aber nur etwas niedriger.

Die Firmenmeldungen deuten darauf hin, dass die Preise etwas weniger häufig an­gehoben werden konnten als im Vormonat. Auch für die nahe Zukunft rechneten die Befragungsteilnehmer seltener mit steigenden Preisen. Gleichwohl beabsichtigen die Unternehmen weiterhin, ihren Personalbestand in den nächsten Monaten aufzustocken.

Die Sonderfrage für den Monat August hatte die „mittelfristigen Geschäftserwar­tungen“ der Unternehmen zum Thema. Für das 4. Quartal 2012 rechneten per saldo 17% der Befragungsteilnehmer mit einer „guten“ Geschäftslage. Bezüglich des ersten Halbjahres 2013 überwiegen dagegen die negativen Stimmen. So gehen für das 1. Quartal 2013 per saldo 39% bzw. für das Folgequartal 14% der Befragungsteilnehmer von einer „schlechten“ Geschäftslage aus.

Wohnungsbau top, gewerblicher Hochbau skeptisch

Im Hochbau hat sich das Geschäftsklima abgekühlt. Die Urteile zur aktuellen Lage fielen im öffentlichen sowie im gewerblichen Hochbau ungünstiger aus als im Juli. Im Wohnungsbau hat die Zufriedenheit dagegen zugenommen. Per saldo meldeten 12% der Wohnungsbaufirmen eine „gute“ Geschäftslage. Dies ist der höchste Umfragewert seit der Wiedervereinigung. Dem Geschäftsverlauf in den kommenden sechs Monaten sahen die Unternehmen aller drei Teilsparten skeptischer entgegen. Im gewerblichen Hochbau haben sich die Erwartungen sogar spürbar verschlechtert.

Insgesamt verringerte sich der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten im Hoch­bau geringfügig auf 73% - vor einem Jahr waren es knapp 74%. Die Reichweite der Auftragsbestände ...

  • stagnierte im Wohnungsbau bei 2,6 Monaten,
  • vergrößerte sich sogar noch einmal im gewerblichen sowie öffentlichen Hochbau um jeweils 0,1 auf 3,4 bzw. 2,4 Monate.

Im Durchschnitt der Hochbausparten wiesen die Unternehmen Auftragsreserven in Höhe von 2,9 Monaten auf (August 2011: 2,8 Monate).

Knapp ein Viertel der befragten Firmen berichtete von Baubehinderungen. Mehr als die Hälfte davon führten eine unbefriedigende Auftragslage als Ursache an.

Am zweithäufigsten wurde Arbeitskräftemangel genannt (7%). Die Testergebnisse las­sen erkennen, dass die Preise seltener heraufgesetzt werden konnten. Nach Ansicht der befragten Unternehmen werden sich die Spielräume für Preiserhöhungen in den nächsten Monaten verringern, wobei eine derartige Entwicklung vor allem für den ge­werblichen und den öffentlichen Hochbau erwartet wird.

Im Tiefbau hat sich das Geschäftsklima aufgehellt.

Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftsperspektiven wurden von den Um­frageteilnehmern weniger zurückhaltend eingeschätzt als im Juli. Allerdings sahen die Straßenbaufirmen der nahen Zukunft etwas skeptischer entgegen. Der Auslastungs­grad des Maschinenparks stieg im Tiefbau um 2 Prozentpunkte auf fast 73%; vor Jahresfrist waren die Geräte zu 72% im Einsatz.

Im sonstigen Tiefbau verharrte die Reichweite der Auftragsbestände bei 2,8 Mona­ten, im Straßenbau sank sie von 2,7 auf 2,6 Monate. Im Durchschnitt der Tiefbau­sparten reichten die Auftragsreserven für 2,8 Produktionsmonate, was dem Vor­jahreswert entspricht.

Wie vor einem Jahr wurden 12% der befragten Tiefbaubetriebe durch Auftragsman­gel in ihrer Geschäftstätigkeit beeinträchtigt. Jeweils 6% klagten über ungünstige Witterungseinflüsse bzw. über Arbeitskräftemangel. Den Firmenangaben zufolge haben sich die Preiserhöhungsspielräume wieder etwas vergrößert. Die Befragungsteilnehmer gingen jedoch davon aus, dass sich die Preise in den nächsten Monaten kaum ver­ändern werden.

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